erkennen & denken

erziehen & handeln

erfahren & fühlen

Was ist Bindungspädagogik?

Die Bindungspädagogik stellt die Bindung zum Kind in ihrer Bedeutsamkeit grundsätzlich v o r Erziehung und Bildung, weil das Streben nach sicheren Bindungen die stärkste soziale Motivation des Menschen ist.

Die Qualität der Bindungen spielt in allen Lebensbereichen – in Beziehung, Erziehung, Entwicklung, Gesundheit, Kreativität und Bildung – DIE entscheidende Rolle.
Druck und Anspannung bewirken jedoch ein Nachlassen des natürlichen Bindungsstromes. Sie aktivieren unmittelbar die Alarmsysteme des Kindes – Gehirn und Körper werden mit Stresshormonen geflutet. In solchen Momenten verliert das Kind sein inneres Gleichgewicht und die Bindung zum Erwachsenen.

Mit der Bindung erlischt zeitgleich die Bereitschaft zu Kooperation und Exploration – an deren Stelle treten nun Abwehr, Verweigerung, Kampf und Unlust. Das Kind fühlt sich unverstanden, blockiert seine Erziehung und mag den Eltern nicht mehr folgen.
Überwiegt immer wieder diese Verfassung, dann leidet die körperlich-seelisch-geistige Entwicklung des Kindes. Es wird 'auffällig' oder 'schwer erziehbar'.

Aus diesem Grund stellt die Bindungspädagogik die (Wieder-)Belebung der Bindungen in den Vordergrund. Erst die Beendigung des Alarmzustand durch die Neu-Regulierung seines vegetativen Nervensystems und der Neu-Aktivierung seines Bindungsstromes lässt den sozialen Impuls und die Kooperationsbereitschaft des Kindes wieder aufleben.

Bindung ist die Basis
für tragende Beziehungen
und eine gesunde Entwicklung

Statt Kindern angemessenes Verhalten beizubringen, sieht die Bindungspädagogik die Aufgabe der Erziehenden darin, ihnen ihr angeborenes Entwicklungsstreben durch Bindung zu ermöglichen.

Die Bindungspädagogik vermittelt Eltern und Fachleuten die Erkenntnisse aus der körperorientierten Bindungsforschung im Zusammenhang mit der haltgebenden Erziehung – sie zeigt neue Wege für ein freudvolles und förderliches Miteinander.
Mit der Bindungspädagogik und der Bindungskommunikation können Entwicklungs- und Erziehungsdefizite und schwierige Alltagssituationen ausgeglichen werden.
Bindung ist das wichtigste soziale Bedürfnis des Menschen und erst durch die Erfüllung dieses Bedürfnisses fühlt das Kind sich gesättigt, beruhigt und 'heil'.

In Bindung können Kinder
werden, wie sie sind
statt zu werden,
wie sie sein sollen

Bindungspädagogik unterstützt das Bindungsgeschehen, in dem es die vegetativen Bindungsfunktionen des Körpers gezielt aktiviert.
In dem wir diese Kräfte bewusst nutzen lernen, können wir unsere Beziehungen stärken, Bindungen (wieder) herstellen und unseren Geist in einen offenen, lernwilligen und neugierigen Zustand versetzen.
Erwachsene und Kinder werden (wieder) bindungsbereit und bindungsfähig.

Bindungspädagogik ist
kein Erziehungskonzept
sondern eine Lebenshaltung

Kleinkinder werden (wieder) zufrieden, Kindergarten- und Schulkinder bauen Aggressionen ab, verlieren Ängste, entwickeln ihre soziale, emotionale und kognitive Kompetenz, werden kreativ und lösungsorientiert und kooperieren (wieder) gerne mit ihren Erziehern. Der bindungsorientierte Ansatz lässt Eltern, Pädagogen und Therapeuten eigene und neue Wege zu einer gelingenden Erziehung, einer gesunden Entwicklung und einem liebevollen Miteinander finden.

erziehen & handeln